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07.09.2020

Welchen Beitrag können H2 und Strom zur Energiewende leisten?

Wie stehen die Elektrohandwerke zur Wasserstoffstrategie der Bundesregierung? Darüber informierte sich vergangene Woche MdB Dr. Stefan Kaufmann.

Fachlicher Austausch (v. l.): Thomas Bürkle, ZVEH-Vizepräsident und Präsident des FV EIT BW, empfing vergangene Woche den Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Kaufmann. An dem Gespräch nahmen auch Daniel Erdmann, ZVEH-Referent Wirtschaft und Technik, sowie Andreas Bek, Hauptgeschäftsführer des FV EIT BW (nicht im Bild), teil.

Bild: FV EIT BW

Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung setzt ganz klar auf die zunehmende Verwendung regenerativer Energien. Neben der Stromgewinnung aus Sonnen-, Wasser- und Windkraft ist in dem Paket aber auch eine nationale Wasserstoffstrategie verankert. Der ZVEH hat sich mit dieser bereits auseinandergesetzt und liefert mit einem Positionspapier Denkanstöße aus Sicht der E-Handwerke.

Ein zentrales Thema war die nationale Wasserstoffstrategie auch bei einem Treffen von Vertretern des ZVEH und des Fachverbands Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg (FV EIT BW) mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Kaufmann, der den Wahlkreis Stuttgart I vertritt. Der Innovationsbeauftragte für Grünen Wasserstoff des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und Obmann der Unionsfraktion im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung war Anfang September zu Gast beim Fachverband und informierte sich dort im Gespräch mit Thomas Bürkle, Vizepräsident des ZVEH und Präsident des FV EIT BW, Andreas Bek, Hauptgeschäftsführer des FV EIT BW, sowie Daniel Erdmann, Referent Technik und Wirtschaft beim ZVEH, über den Einfluss eines verstärkten Einsatzes von Wasserstoff auf die Sektorkopplung sowie dessen Auswirkungen auf die E-Handwerke.

Einig war man sich darin, dass für den der Einsatz von CO2-neutralem Wasserstoff (H2) wie auch für eine direkte Nutzung von CO2-neutralem Strom ein deutlicher Ausbau an Erneuerbare-Energie-Anlagen erforderlich ist und dass H2 vor allem in solchen Bereichen eine sinnvolle Alternative zu Strom darstellen kann, in denen eine Elektrifizierung aufgrund der großen Reichweite erschwert ist. Dazu zählen beispielsweise der Schwerlastverkehr (Schiffe, LKW), aber auch die (Chemie-)Industrie.

Für weniger ausgereift hielten die Gesprächspartner eine Nutzung im Bereich Wärmeversorgung. Was den Einsatz Wasserstoff-getriebener Fahrzeuge in der Breite und als Konkurrenz zum Elektrofahrzeug angeht, so stellt nach Ansicht der Elektrohandwerke wie auch von MdB Kaufmann der erforderliche und erst noch zu realisierende Ausbau von Tankinfrastruktur ein erhebliches Hindernis dar.

Auch eine erfolgreiche Sektorkopplung sei aufgrund des Effizienzverlustes bei der Gewinnung und Umwandlung von H2 nur über Strom realisierbar. Folglich, so die einmütige Meinung, sei auch der geforderte Netzausbau als wichtige Säule der Energiewende unverzichtbar.
Neben der H2-Strategie der Bundesregierung stand an diesem Tag mit der Ausbildung noch ein anderes wichtiges Branchenthema auf der Tagesordnung. Denn in seiner Funktion als Vorsitzender der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ und Mitglied des Kuratoriums „Intelligente Systeme“ des Max-Planck-Instituts ließ sich Kaufmann auch über die Neuordnung der elektrohandwerklichen Ausbildungsberufe, über den Wachstumsbereich Smart Home sowie über den aktuellen Stand der Digitalisierung in den E-Handwerken informieren.

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